Soweit eine reife Leistung, Hut ab. Doch das ist nur der Anfang. Jetzt
geht's erst richtig los: Kommen wir zur Tretmienen bzw. 19" Sektion der
Software – hier wartet noch die ein oder andere handfeste Überraschung.
Als erstes haben wir die Effekte einzeln getestet ohne sie mit Amps und
anderen Effekten zu kombinieren. Da der eigentliche Spaß der Software
die Kombination vieler Komponenten ist, hier nur mal eben alle Effekte
im Schnelldurchlauf und die Distortions etwas genauer:
Lass' krachen - Sam
Skreamer Der erste Effekt im Paket ist der Skreamer.
Ein Overdrive Effekt welcher der Gitarre schöne, warme Verzerrungen
entlockt. Der Skreamer ist dank seiner nur drei Regler Volume, Tone und
Drive leicht zu bedienen. Wenn man die kleine Plus Taste auf der
rechten Seite des Effektes drückt, klappen noch mal drei Regler auf,
mit diesen kann man noch direkt in die Klangfarbe eingreifen. Zum einen
kann man den Bass- und den Bright-Anteil einstellen und dem Signal noch
das ursprüngliche, cleane Signal der Gitarre hinzumischen. So ganz
nackt eignet sich der Skreamer für warme Solis oder für rockige
Rhythmusgitarre. Zak Wilde hätte seine Freude an ihm.
Soundbeispiel
Distortion Effekt Nummer zwei heißt schlicht Distortion.
Irgendwie hatten wir den Eindruck das der ein oder andere von uns diese
Gerät schon vor Urzeiten bei sich im Proberaum malträtiert hat. Und was
soll man sagen das Ding hat Biss. Der Distortion, der vorbildlich in
Boss-Orange daherkommt, hat wie der Screamer auch 3 + 3 Regler: Volume,
Tone und Distortion, zusätzlich Bass, Mid und Treble. Somit hat er mehr
Eingriffsmöglichkeiten wie das Original von Boss der nur über die drei
Standart Regler verfügte. Doch der Distortion brät genauso wie das
Original und eignet sich somit hervorragend für Musik der etwas
härteren Gangart. Allerdings eignet er sich genauso gut leicht
angezerrte Sounds. Im Vergleich zum Skreamer klingt er um einiges
giftiger und man muss ihn im Mix wohl ein bisschen bändigen.
Soundbeispiel
Treble Booster Das dritte Distorion-Pedal ist der Treble Booster.
Den Treble Booster muss man in Kombination mit einem Amp testen sonst
macht das wenig Sinn. Wieso? Eigentlich pushed der Treble Booster nur
den Amp und lockt so aus diesem, wie es Native Instruments in der
Beschreibung so schön ausdrückt: „crispy and creamy distortion". Das
ist schon wieder wie im richtigen Leben: Wenn man beispielsweise nur
den Gain des Amps aufreist hat man oftmals eine gute aber recht dröge
Verzerrung. Doch schnappt man sich den Booster und klemmt ihn hinter
die Gitarre und vor oder nach den Amp, fängt die ganze Sache richtig zu
klingen oder zu drücken an – je nachdem was man lieber mag. Am besten
ihr hört unseren vorher-nachher-Vergleich - der sagt mehr als tausend
Worte. Viele berühmte Gitarristen verwenden diese Technik um ihrem
Gitarrensound den nötigen Druck zu verleihen. Was man mit zwei kleinen
Reglern alles erreichen kann ;)
Soundbeispiel (vorher <-> nachher)
Weitere Effekte
Auf die anderen Effekte werden wir nicht weiter eingehen da diese
bekannt sein dürften. Deshalb hier nur eine kurze Auflistung aller
Effekte:
Modulation:
Tremolo
Stoned Phaser
Chorus / Flanger
Ensamble
Rotator
Octaver
Filter
WahWah
TalkWah
Shelving Equalizer
Parametrischer Equalizer
Grafischer Equalizer
Volume
Volume adjusting pedal
Limiter
NoiseGate
Compressor
Andere
Quad Delay
Spring Reverb
Studio Reverb
Psychedelay
Pitch Pedal
Split
Kurz noch etwas zum Split. Mit diesem „Effekt" kann man den Signalweg
aufsplitten und so der Mono-Gitarre ein Stereosignal entlocken. Der
Splitter hat zwei getrennte Kanalwege in die man ein beliebiges Amp
Effekt Setup einbauen kann. Noch ein Goodie: Natürlich kann man die
Effekte des Guitar Rig im PlugIn-Betrieb auch für andere Instrumente
oder Vocals nutzen. Ein weiterer Vorteil der Software. Im folgenden ein
Beispiel für Drums.
Soundbeispiel
Zusätzlich bietet Guitar Rig einige feste Rack-Komponenten. Zum
Beispiel zwei Tapedecks mit denen man Samples abspielen, und aufnehmen
kann. Zudem gibt es diverse Regler wie Transpose, Tune und Tempo mit
denen man das Sample bearbeiten kann. Ein Tuner ist ebenso in das
Rack gebaut, so kann der Gitarrist während seines Spiels schnell mal
die Gitarre nachstimmen – ohne lästiges Umstecken. Zu guter letzt gibt es noch ein Metronom fürs gerade Spiel.