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Donnerstag, 10 März 2005

Die Abhöranlage
Wenn die Aufnahme gemacht ist, ist die Audio-Ausstattung des Arbeitsplatzes entscheidend dafür, wie gut die anstehende Restauration der Aufnahmen gelingt.

  1. Verstärker
    Ideal ist ein guter Verstärker mit Kopfhörerausgang. Das sollte aber kein Exemplar aus dem Baumarkt sein. Andererseits muss er auch nicht deutlich besser sein, als die Anlagen, auf denen die Musik später angehört werden soll.

  2. Kopfhörer
    Ein Kopfhörer ist Pflicht, wenn keine extrem guten Lautsprecher zur Verfügung stehen. Er macht recht viele musikalische Feinheiten vergleichsweise preiswert hörbar. Gute Exemplare von AKG, Beyerdynamic, Grado, Sennheiser und anderen gibt es ab rund 100 Euro. Ok, bei Grado bin ich nicht sicher, ob es die schon um 100 Öros gibt. Richtig gut wird es jedoch ab 200 Euro. Aber Achtung: Jeder Kopfhörer hat seine eigene Charakteristik. Ich habe einen AKG K501, einen Sennheiser HD 25 und einen HD 530 (Produktlink leider nicht mehr verfügbar). Jeder der drei klingt völlig anders. Es ist also sinnvoll die Abmischungen und tonale Bearbeitungsschritte wie den Equalizer mit mehreren Modellen anzuhören und gut gemischte Produktionen zum Vergleich heranzuziehen.
    Kurz ein paar Infos zu den drei Kopfhörern, die ich habe:

    • AKG K501
      Der ist in der Fachpresse hochgelobt worden, weswegen ich ihn mir auch gekauft habe. Allerdings klingt er meiner Meinung nach sehr kraftlos und manchmal schon mit der Tendenz zur Langeweile. Andererseits ist er sehr neutral und sehr detailverliebt, er drödselt zum Beispiel dichte Percussions sauber auf und isoliert fast jedes Detail. In Kombination mit einem tempramentvollen Kollegen, ein sehr guter Hörer.

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    • Sennheiser HD 25
      Da ich unregelmäßig auflege, habe ich den bei einem DJ-Kollegen kennengelernt. Er ist ein echtes Kraftpaket. So klein er ist, so dick trägt er auf. Er hat (im Gegensatz zum AKG oben) einen enormen Wirkungsgrad und richtig Druck im Bass. Dafür bügelt der Hansdampf Details oder räumliche Auflösung etwas platt. Trotzdem ist er ein mir sehr lieb gewordener Kopfhörer, der einen Mordsspaß macht. Gerade für das Abmischen poppiger, housiger oder hiphoppiger Musik ideal.

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    • Sennheiser HD 530.
      Der hat schon ein paar Tage auf dem Buckel, ist aber ein guter Kompromiss aus den beiden oben. Er hat Dampf und löst gut auf. Aber beides macht er halt nicht so gut wie die jeweils anderen beiden oben. Aber wegen der guten Mischung benutze hauptsächlich ihn und nehme die beiden anderen nur zum Gegenchecken, wenn ich mir nicht sicher bin.

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  3. Lautsprecher
    Neben dem Kopfhörer sollte die Abmischung auf Lautsprechern angehört werden. Das ist vor allem deshalb wichtig, da der Bass im Kopfhörer meist schwächer wahrgenommen wird, als er ist. Wer beim Equalizer den tiefen Bass ordentlich reingedreht hat und nur mit dem Kopfhörer mastert, bekommt später möglicherweise einen viel zu heftigen Bass. Aber auch um die räumliche Wirkung zu beurteilen ist das Abhören mit Lautsprechern wichtig.

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    Wer sich etwas für seinen Audio-Arbeitsplatz zulegen will, sollte zu Studiomonotoren oder vergleichbaren Lautsprechern greifen. Keine Angst, brauchbare Exemplare gibt es ab etwa 250 Euro. Die Tannoy Reveal beispielsweise tut gute Dienste. Sie trägt im oberen Bass zwar etwas auf, aber wenn sie frei steht, ist das viel Hifi fürs Geld. Ebenfalls sehr gut und preiswert: Die B&W DM 303. Sie ist neutraler, aber auch etwas kraftloser. Der Bass geht angesichts der Größe ordentlich in den Keller und die Auflösung ist etwas besser als bei der Tannoy. Nach oben sind dabei keine Grenzen gesetzt. Wer will, kann sich auch die aktiven  Klein + Hummel Monitore O 500 C  für rund 20000 Euro zulegen, die spielen auch weit teurere High-End-Lautsprecher in Sachen Feindynamik und Neutralität an die Wand. Ich kann von so was nur träumen. Aber auch hier gilt: Viel besser als die spätere Abhöranlage müssen die Lautsprecher nicht sein.
    Siehe dazu auch: http://www.stereoplay.de/d/46077


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